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Flow-Erleben im Joballtag?

Kennen Sie das Gefühl, die Zeit zu vergessen und völlig in der aktuellen Aufgabe zu versinken? Der wunderbare Moment, wenn Sie genau in Ihrem Element sind. Wenn Sie sich voll konzentrieren und genau das tun, was Ihren Stärken und Fähigkeiten entspricht. Sie haben das Gefühl, selbst zu entscheiden und die Situation unter Kontrolle zu haben. Die Frage nach dem Sinn stellt sich in diesem Moment nicht, denn das Ziel Ihrer Aufgabe liegt in der Umsetzung selbst. Sie sind im „Flow“! Der Forscher Mihályi Csíksentmihályi prägte diesen Begriff bereits in den 80-er Jahren. Kaum einer hat noch nicht davon gehört. Besonders die Motivationsforschung bedient sich dieser Idee. Denn häufige Flow-Erlebnisse führen zu höherer Motivation und zu mehr Zufriedenheit – im Job und im Leben.

Doch, wie kann ich dieses Flow-Erleben im Joballtag beeinflussen? Denn eines ist klar, je öfter ich dort im Flow sein kann, desto glücklicher werde ich sein mit dem was ich tue.

Es gibt hier eine Reihe von Ansatzpunkten:

KONZENTRATION und FOKUS

Flow-Erlebnisse erfordern einen hohen Level an Konzentration, quasi eine vollständige Fokussierung auf das, was wir gerade tun. Das kann in der heutigen Arbeitswelt geradezu ein Luxus sein, wenn man bedenkt, wie viel Ablenkungsmöglichkeiten es in Zeiten von Großraumbüro, ständig aufploppender Nachrichten und eines immer lockenden Smartphones gibt. Will ich mich in den „Flow bewegen, muss ich also diese „Ablenker“ erst einmal reduzieren (oder am liebsten eliminieren!). Sich diese Freiheit zu nehmen, wird es wert sein. Aber, es liegt nicht nur an diesen äußeren Faktoren. Denn die innere Haltung der Achtsamkeit und der Fokus auf dem aktuellen Moment schließen Gedanken an den nächsten Moment (oder den Feierabend) erst einmal aus. Der Zustand führt in eine Art innerer Klarheit. Welche Freude dieses sich völlig einlassen auf den Moment geben kann, gilt es herauszufinden. Manchmal muss man das auch einfach (wieder) erlernen. Denn Kinder sind meist noch großzügig mit dieser Fähigkeit ausgestattet. Wie faszinierend es doch sein kann, ein selbstvergessenes Kind beim Spielen zu beobachten.

BALANCE zwischen ANFORDERUNG und FÄHIGKEITEN

Es gibt jedoch noch andere Faktoren, die die Flow-Erlebnisse bei der Arbeit beeinflussen. Die Aufgabe, die ich mache, muss genau zu meinen Stärken, Talenten und Fähigkeiten passen. Und unsere Fähigkeiten verändern sich im Laufe der Zeit. Denn wir lernen, werden besser oder verlieren auch manchmal die ein oder andere Fähigkeit. Daher ist es wichtig, hin und wieder kleinere Herausforderungen zu wagen. Raus aus der Komfortzone zu gehen. Und zwar genau so weit, wie wir es noch „leisten“ können. Denn eine ständige Überforderung macht eventuell Angst und bringt uns ins Stresserleben. Nicht, dass Stress immer negativ sein muss. Aber ständiger Stress, den wir kaum abbauen können, macht nun mal krank. Und da gibt es noch die Gegenseite: Die Langeweile. Ab und zu gelangweilt sein, kann die Kreativität fördern. Immer gelangweilt sein, weil die Aufgabe uns ständig unterfordert, macht uns unter Umständen ebenfalls krank. Dafür wurde der Begriff des „Boreout“ erfunden. Ein Phänomen, auf das wir in einem weiteren Blogartikel näher eingehen.

Wichtig ist, dass wir uns also in einem sogenannten Flow-Kanal bewegen und die Anforderungen der Aufgabe an unsere wachsenden Fähigkeiten anpassen. Der erste Schritt ist hier, sich darüber klar zu werden, wo die eigenen Stärken liegen und welche Schwächen eventuell in eine Überforderung führen. Jetzt gilt es, unseren Job so zu gestalten, dass wir möglichst viel von den Aufgaben machen können, die uns liegen. Selbstverständlich wird es in jedem Job immer auch andere Aufgabenbereiche geben. Hier können wir entweder gezielt Fähigkeiten aufbauen oder versuchen, sie anderweitig erledigt zu bekommen. Klar, das geht nicht in jedem Fall. Doch es lohnt sich, die Sache genau zu analysieren und ggf. ein Gespräch mit der Führungskraft anzusetzen.

PAUSEN machen

Man muss schon wissen: Der Flow ist ein Zustand höchster Aktivität, der viel Energie braucht. Da macht er Sinn, hin und wieder bewusst eine Pause einzubauen, um dem Organismus ausreichend Möglichkeiten zu geben, auch mal zu entspannen. Das können kurze (oder längere) Pause während des Arbeitstages sein, aber auch das Abschalten nach Feierabend oder Urlaub gehört dazu. Wer kontinuierlich über die 100% geht, läuft Gefahr, sein Flow-Erleben zu gefährden.

Möglichst AUTONOM sein

Was bedeutet das? Nun, wer selbst entscheiden kann, wann er welche Aufgabe erledigt, hat das Gefühl von Kontrolle und Selbstbestimmung. Es gilt also so weit wie möglich, die eigenen Handlungsspielräume zu erweitern und nicht Spielball der Umstände zu sein. Natürlich hängt dieser Punkt vom eigenen Job, der Arbeitskultur in der Organisation oder der Einstellung des Vorgesetzten ab.  Aber es geht darum auszuloten, inwieweit wir selbst die Verantwortung und die Entscheidungsfreiheit über bestimmte Aufgaben und Arbeitsschritte übernehmen können. Und da sind wir beim Punkt: Denn die Entscheidungsfreiheit zu haben, bedeutet auch die Verantwortung zu übernehmen. Je besser wir unsere Kompetenz ausbauen, desto mehr werden wir selbst entscheiden können.

COMMITMENT und IDENTIFIKATION

Fühlen wir uns der Organisation zugehörig und dem Team oder der Führungskraft verbunden, können wir uns eher mit unserem Job und der Aufgabe identifizieren. Eine Studie von Wladislaw Rivkin, Stefan Diestel und Helmut Schmid (2016) zeigt auf, dass die Identifikation mit der Organisation sich positiv auf das Flow-Erleben und das Wohlbefinden auswirken kann. Denn finden wir das Unternehmen gut oder fühlen wir uns einem Team zugehörig, steigert sich mutmaßlich unser Interesse an der Tätigkeit an sich. Auch wenn es sich dabei nur um einen indirekten Effekt handelt: Der Zugang zum Flow-Erleben ist leichter. Also ein Grund mehr zum regelmäßigen Gegencheck: Arbeite ich für den richtigen Arbeitgeber? Fühle ich mich dem Team zugehörig? Arbeite ich mit Menschen zusammen, die auch zu mir passen?

Nicht immer muss man den Job wechseln, um wieder mehr Flow-Erlebnisse zu kreieren. Wichtig ist allerdings, gezielt und bewusst an den möglichen Stellschrauben zu drehen. Und diese zu erkennen. Hier hilft die Unterstützung von außen. Im Rahmen eines Business Coachings eruieren Sie Ihre persönlichen Ansatzpunkte und Möglichkeiten.

Go for the FLOW!

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